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eSports Business in Deutschland
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Investieren in eSports: Prognostizierter Wachstum

Im November 2019 prognostizierte newzoo für 2019 einen weltweiten Gaming-Umsatz von ca. 149 Mrd. USD, immerhin rund +7,2% im Vergleich zum Vorjahr. Für das selbe Jahr (2019) prognostizierte newzoo außerdem eine Total Audience, bestehend aus gelegentlichen eSports-Zuschauern und eSports-Fans, von 454 Millionen. Asien macht hier ganz klar den Bärenanteil der weltweiten eSports-Fans aus. 57% der eSports-Fans kommt aus dem asiatischen Raum (2019). In Deutschland stieg der Gesamtumsatz für Online- und Video-Spiele (ohne Hardware) im Jahr 2018 auf 3,5 Mrd. Euro (+ 6%). Im ersten Halbjahr 2019 gab es ein erneutes Umsatzplus von circa +20% auf 1,8 Mrd. Euro zu verzeichnen. 

Esports Audience Growth

Quelle: newzoo

Der größte Profiteur: Game-Publisher

Videospiele sind heutzutage eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen, nicht nur bei Jugendlichen sondern auch bei immer älter werdenden Altersklassen. Einer der größten Profiteure: Game-Publisher (Spielehersteller bzw. Spieleanbieter). Das Geschäftsmodell der Videospiele-Industrie hat sich im Zeitalter der Digitalisierung gewandelt. Game-Publisher übergehen jetzt den Einzelhandel und vertreiben die Gaming- und eSports-Spiele direkt via Internet über Downloads und Gaming-Clouds. Spiele werden nicht mehr in Form von CD-Roms gekauft, vielmehr sorgen Abo-Modelle und elektronische Geldbörsen für hohe Umsätze bei den Spieleanbietern. Und eine weiterer bedeutender Trend sorgt bei Game-Publishern für große Begeisterung: sogenannte „Ingame-Käufe“. Hier werden virtuelle Güter (zum Beispiel Waffen-Skins in CS:GO) zum Kauf angeboten. Durch Ingame-Artikel können sich Gamer je nach Spiel, einen Vorteil gegenüber Konkurrenten verschaffen oder sich zumindest grafisch von ihnen abheben. Dieser Trend steht allerdings enorm in der Kritik, da hier zumeist junge Menschen oft mit einer Art von Glücksspiel und damit verbundenen Suchtfaktor in Berührung gebracht werden. Mit Hilfe dieser Mirko-Transaktionen erwirtschaften Spielehersteller teilweise mehr, als mit dem eigentlichen Verkauf des Spiels. Doch Spielehersteller sind nicht die einzigen Profiteure des eSports- und Gaming-Booms. Gamingzubehör-Hersteller, Ligen, Organisationen, Streamer und eSports-Teams gehören genauso dazu. Mobile Games wird die größte Zukunft vorhergesagt. Games für Smartphone und Tablets, statt Zocken auf dem Computer. Insbesondere in Asien sind Mobile Games der am stärksten wachsende Markt.

Investieren in eSports - aber wie?

Experten sind sich einig: eSports ist ein Markt mit sehr viel Potenzial. Wer jetzt als „Early Mover“ einsteigt, hat vermutlich mehr Aussichten auf Erfolg. Doch wie investiert man überhaupt in eSports? Und welche Organisationen, Aktien und ETFs gibt es im eSports-Bereich überhaupt? Die Antworten auf diese und weitere Fragen, liefern wir in den nächsten Abschnitten.

In eSports Aktien investieren

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, so stehen den Spieleanbietern dank Digitalisierung und neuen Geschäftsmodellen weiterhin glänzende Zeiten bevor. Aufgrund dessen sind die meisten eSports-Aktien auch nach der Korrektur noch ambitioniert bewertet. Zu den Unternehmen, die am Aktien-Markt gelistet sind und deren Hauptgeschäft maßgeblich mit eSports zu tun hat, gehören unter anderem: Tencent, Activision Blizzard, Electronic Arts, Nintendo, NetEase, TakeTwo. Wer also auf der Suche nach eSports-Aktien ist findet hier schon mal ein paar Big Player. Im nächsten Abschnitt eine konkrete Auflistung mit Beschreibung & Kennzeichnung:

eSports Aktien in der Übersicht

Take Two Interactive (ISIN: US8740541094 – Symbol: TTWO). Take Two Interactive hat seinen Unternehmenssitz in New York ist durch Spiele wie Grand Theft Auto (GTA) und Red Dead Redemption 2 bekannt. Beide Spiele verkauften mehr als 150 Millionen Exemplare alleine mit ihrer letzten Spiele-Version. Take Two Interactive ist mit Spielen in den Bereichen PC, Tablet, Konsolen und Smartphone breit und zukunftorientiert aufgestellt. Ein wirklich großer eSports-Klassiker ist bis jetzt nicht mit dabei, allerdings zählen kleinere eSports-Titel wie NBA 2K20 und WWE 2K20 zum Sortiment. Die Spiele von Take Two werden hauptsächlich per digitalem Download, auf Online-Plattformen sowie über Cloud-Streaming-Dienste bereitgestellt.

Activision Blizzard (ISIN: US00507V1098 – Symbol: ATVI). Activsion Blizzard entstand im Jahr 2008 durch den Zusammenschluss von Activision und Vivendi Universal Games, einer Tochtergesellschaft des französischen Konzerns Vivendi. Zu den Spielen des Game-Publishers gehören einige der weltweit bekanntesten Videospiele, wie World of Warcraft, Call of Duty, Overwatch, StarCraft II, WarCraft III Diablo und Hearthstone. Das Unternehmen aus Santa Monica hat damit einige der größten eSports-Titeln im Sortiment. Activision Blizzard schloss einen Deal mit dem US-Sender ESPN, um die „Overwatch League“ live im Fernsehen zu übertragen. Der Re-Launch vom Kult-Klassiker „WarCarft III“ floppte allerdings und verärgerte einige Fans.

Electronic Arts (ISIN: US2855121099 – Symbol: EA). EA ist seit vielen Jahren einer der Big Player in der Videospiele-Branche. Der Konzern mit Sitz in Kalifornien (USA) entwickelt und vermarktet, wie die beiden anderen vorgestellten Unternehmen, Spiele für Konsolen, PCs, Smartphones und Tablets. Die Marke EA wurde vor allem für seine Sportsimulations-Spiele bekannt. Das wohl mit Abstand am bekanntesten Spiel von EA ist die Fußball-Simulation FIFA. In diesem Bereich ist Electronic Arts Marktführer. Außerdem verfügt der Spielehersteller über Titel wie Die Sims, Battlefield, Dragon Age und Plants vs. Zombies. Spätestens aber seit der Einführung der  Sammelkarten und der damit verbundenen Spiele-Modi, hat sich EA eine neue Umsatzquelle aufegbaut. Ingame-Käufe sind ein sehr großes und lukratives Geschäft für den US-Konzern.

Tencent (ISIN: KYG875721634 – Symbol: TCEHY). Tencent ist Chinas größter Spielentwickler. Zum Sortiment des Entwickler-Giganten gehören Titel wie League of Legends, PUGB, Clash of Clans, Clash Royale, Brawl Stars oder Fortnite. Tencent hat in den letzten Jahren mit zahlreichen Übernahmen für großes Aufsehen gesorgt. Dazu zählen zum Beispiel im Jahr 2013 der Kauf von 40% der Firmenanteile am Fortnite-Macher und Unreal Engine Entwickler Epic Games für 330 Millionen US-Dollar. 2015 hatte Tencent den Schweizer Entwickler Miniclip übernommen, der früher einige bekannte Flash Spiele, in jüngster Zeit hauptsächlich Apps herausgebracht hat. Und 2016 wurde Supercell übernommen, der Entwickler von Brawl Stars, Clash of Clans und Clash Royal.

Weitere Unternehmen, die wir nicht unerwähnt lassen wollen:

Logitech (ISIN: CH0025751329 – Symbol: LOGI)

NVIDIA (ISIN: US67066G1040 – Symbol: NVDA)

AMD (ISIN: US0079031078 – Symbol: AMD)

Zynga (ISIN: US98986T1088 – Symbol: ZNGA)

NetEase (ISIN: US64110W1027 – Symbol: NTES)

In eSports-Startups investieren

Fast täglich erblickt ein neues eSports-Startup das Licht der Welt. Diese bieten eine weitere Alternative um in die Wachstumsbranche-eSports zu investieren. Allerdings sind Investitionen in Start-Ups längst nicht so einfach wie gewöhnliche Investition in Aktien. Hier gibt es ein paar Hürden zu nehmen: 1. Wie erkennt man frühzeitig ein gutes eSports-Startup? 2. Wie schafft man es den Gründer von einer Investition zu überzeugen? 3. Wie erhält man einen guten Deal? Schließlich werden gerade alle eSports-Startups derartig überbewertet und machen dadurch gute Investitionen sehr schwierig. 4. Wie kann man selbst einen strategischen Wert mit in das Startup bringen? 5. Investitionen in Startups sind aufwendig und machen es somit überflüssig für kleine Investitionen. Wie schafft man es trotzdem das Risiko auf mehrere Startups/Investitionen zu verteilen?

Börsengehandelte eSports-Fonds (engl. ETFs)

Der VanEck Vectors Video Gaming ans eSports UCITS ETF (ISIN: ISIN: IE00BYWQWR46). Dieser ETF bildet einen Index mit den größten Gaming- und eSports-Unternehmen nach. Darin sind zur Zeit 25 Unternehmen: Spieleunternehmen und -publisher, andere Unternehmen, die im Bereich eSports tätig sind, sowie mit der Branche verbundene Hard- und Software-Unternehmen. Die Unternehmen werden nach der Marktkapitalisierung der Aktien im Streubesitz gewichtet, der Anteil eines Unternehmens darf aber maximal acht Prozent betragen. Die größten Positionen des Index sind derzeit Tencent, Nvidia, Electronic Arts, AMD und Activision Blizzard.

Roundhill BITKRAFT Esports & Digital Entertainment ETF (ISIN: US53656F7069 – Symbol: NERD). Dieser ETF wurde gerade mit dem Award „Best New Ticker of 2019“ ausgezeichnet. Merkmal dieses ETFs sind ebenfalls die Dichte und Qualität der Unternehmen aus dem Bereich eSports und Gaming. Nachfolgend ein Auszug aus den aktuellen Top 10 Holdings:

Quelle: extraETF

In eSports-Teams investieren

Astralis Group

(ISIN: DK0061155785 - Symbol: ASTGRP). Die Astralis Group ist die erste eSports-Organisation, welche den Schritt an die Börse gewagt hat. Das in Dänemark gelistete Unternehmen beheimatet drei professionelle eSports-Teams in folgenden Games: CS:GO, League of Legends und FIFA. Im März 2020 hat die Gruppe einen Verlust von circa $5 Millionen für das Geschäftsjahr 2019 verzeichnet. (Wir berichteten: https://followesports.de/astralis-group-mit-5-millionen-verlust-in-2019).

Quelle: Astralis Group

 

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